29.10.2012

Filmreihe "Die Kriegerin" zum Thema Rechtsextremismus

Voller Sall auf dem gut Stolzenhagen am 27.10.2012Ist Brandenburg noch auf dem richtigen Weg bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus? Wie stark ist Rassismus in unserer Gesellschaft verwurzelt? Welche Lehren müssen wir aus der Mordserie der Zwickauer Terror-Nazis ziehen? Was können wir tun, um unsere demokratische Kultur und Toleranz zu stärken? Um diese und andere Fragen ging es bei der Filmreihe „Die Kriegerin“ Zu jedem Filmabend konnte ich andere Gäste begrüßen und das Thema damit aus sehr verschiedenen Blickwinkeln diskutieren. In Potzlow/Uckermark war u.a. Rene Frotscher, Produzent des Films zu Gast. Er machte klar, wie schwer es ist, sich filmisch mit dem Thema Rechtsextremismus auseinander zu setzen. Ursprünglich sollte ein Dokumentarfilm entstehen. Doch die rechte Szene schottet sich ab und es ist auch nicht ungefährlich, sich in der Szene zu bewegen. Deshalb entstand schließlich ein Spielfilm, der auf intensiven Gesprächen mit drei Aussteigerinnen aus der rechten Szene beruht. In Lunow-Stolzenhagen berichtete Uta Leichsenring, früher Polizeipräsidentin von Eberswalde, über die Entwicklung des Rechtsextremismus im Barnim und der Uckermark und die an die Fehler, die im Umgang mit rechter Gewalt vor allem in den 90er Jahren gemacht wurden. Leider gibt es bis heute Tendenzen, Rassismus und rechte Gewalt kleinzureden anstatt sie offensiv zu bekämpfen. Auch Bernd Wagner, Gründer von Exit Deutschland, plädierte beim Filmabend in Oranienburg für eine offensiven Umgang mit der rechten Szene: „Für uns ist zentral, dass der Ausstieg aus der Szene eine Auseinandersetzung mit der Ideologie mit sich bringt.“ Nico Scuteri vom Mobilen Beratungsteam Brandenburg stellte klar, dass Rechtsextremismus  kein reines Jugendproblem ist. Ursula Nonnemacher, innenpolitische Sprecherin unserer Fraktion, erinnerte, wie wichtig eine funktionierende Zivilgesellschaft ist. Wo die Zivilgesellschaft schwach ist, können Nazis leichtes Spiel haben. Das wurde auch beim Filmabend in Templin deutlich. Zum Abschluss der Filmreihe wurde hier u.a. die aktuelle Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zu fremdenfeindlichen Einstellungen diskutiert. Sie zeigt, dass Rassismus, Antisemitismus und die Ablehnung der Demokratie zunehmend in weiten Teilen der Gesellschaft verankert und keine Probleme von Randgruppen sind. Das muss Konsequenzen für den Kampf gegen Rassismus und rechte Gewalt haben. Es reicht nicht aus, mit dem Finger auf junge Nazis zu zeigen. Wir brauchen gute Bildung und Präventionsarbeit, starke Institutionen, eine wache Zivilgesellschaft und mutige Menschen, die sich klar gegen rechte Positionen stellen.

Diskussion in Potzlow mit Rene Frotscher, Axel Vogel und Jürgen Lorenz in Potzlow

24.10.2012
Pferdehof Ruhnau
Oberuckersee
OT Potzlow - Abbau
Gäste:
René Frotscher, Produzent des Films „Die Kriegerin“
Jürgen Lorenz, Mobiles Beratungsteam Angermünde

Diskussionsrunde auf dem Gut Stolzenhagen mit Thomas Berg, Uta Leichsenring, Elke Rosch und Axel Vogel

27.10. 2012
Gut Stolzenhagen
Gutshof 3
Stolzenhagen
Gäste:
Thomas Berg, Pfarrer aus Lunow
Elke Rosch, Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie
Uta Leichsenring, ehemalige Eberswalder Polizeipräsidentin

Diskussionsteilnehmer in Oranienburg: Ursula Nonnemacher, Bernd Wagener, Axel Vogel und Nico Scuteri

01.11. 2012
Bürgerzentrum Oranienburg
Albert-Buchmann-Str. 17
Oranienburg
Gäste:
Bernd Wagener, Exit Deutschland
Nico Scuteri, Mobiles Beratungsteam Neuruppin
Ursula Nonnemacher, innenpolitische Sprecherin der Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen im Brandenburger Landatg

 

Diskussionsrunde in Templin mit Detlef Tabbert, Axel Vogel, Birgit Bader und Jürgen Lorenz

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